Von Anna Katharina Finsler, Geschäftsführerin Finsler Customs GmbH · Zuletzt aktualisiert: · Sätze geprüft am : Automobilsteuer 4 %, CH-MwSt 8,1 %
Import mit Dienstleister oder Selbstimport?
Der Selbstimport spart je nach Anbieter 1'000–2'000 CHF Dienstleistungskosten. Dafür rechnen Sie mit 2–4 Arbeitstagen eigenem Aufwand (Abholung, Ausfuhr, Verzollung, MFK) und tragen das Risiko bei Papieren und MwSt-Erstattung selbst. Der Import mit einem Dienstleister wie Finsler Customs lohnt sich, wenn Sie Zeit sparen und diese Risiken abgeben wollen. Bei teureren Fahrzeugen fällt der Aufpreis weniger ins Gewicht.

Direkter Vergleich
| Kriterium | Selbstimport | Import mit Finsler Customs |
|---|---|---|
| Zeitaufwand | 2–4 Arbeitstage (Fahrt, Zoll, Ämter) | je nach Paket gering |
| Dienstleistungskosten | 0 CHF | je nach Paket, transparent offeriert |
| MwSt-Rückerstattung DE | selbst organisieren (Risiko bei Fehlern) | im Prozess integriert |
| Papier-Risiko (COC, 13.20 A) | beim Käufer | beim Dienstleister |
| Transport | Ausfuhrkennzeichen oder Anhänger organisieren | ab Komfort inklusive |
| Mängel nach Kauf | selbst mit DE-Händler verhandeln | Begleitung durch Importeur |
| MFK-Vorführung | selbst (inkl. Terminorganisation) | mit Premium inklusive |
Für wen passt der Selbstimport?
Der Selbstimport passt, wenn Sie rund CHF 1'000–2'000 sparen wollen und dafür 2–4 Arbeitstage und das Risiko bei den Papieren tragen können. Dazu brauchen Sie Zeit, Erfahrung mit Behörden und ein Fahrzeug mit vollständigen Papieren in Grenznähe. Die Zollabwicklung können Sie trotzdem abgeben: Das Basic-Paket kostet CHF 350 fix inkl. MwSt plus Abgaben, Sie fahren zur Grenze, wir übernehmen die Formalitäten.
Für wen passen Komfort und Premium?
Für ein Honorar ab 3 % des Nettokaufpreises übernimmt Finsler Customs mit Komfort Transport, Verzollung und Lieferung, mit Premium auch MFK und Zulassung; den Kauf auf Wunsch in Ihrem Namen und auf Ihre Rechnung; der genaue Betrag steht in der Offerte. Das passt, wenn Sie weder Urlaubstage noch Papierkrieg investieren wollen oder ein teureres Fahrzeug kaufen, bei dem Fehler viel Geld kosten.
Der Mittelweg
Viele Kunden kombinieren: selbst kaufen und fahren, nur die Verzollung auslagern. Das ist das Basic-Paket für CHF 350 fix inkl. MwSt plus Abgaben; die Zolldokumente, die Stammnummer, die das BAZG bei der Verzollung vergibt, und die Unterlagen für die MFK sind darin enthalten. Das spart den Grossteil der Dienstleistungskosten bei überschaubarem Eigenaufwand.
Was der Selbstimport wirklich kostet
Der Selbstimport wirkt günstiger, weil die Dienstleistungspauschale wegfällt. Was an ihre Stelle tritt, steht selten in einer Tabelle.
Die Fahrt zum Verkäufer und zurück. Sie brauchen ein deutsches Ausfuhrkennzeichen (Gebühr der Zulassungsstelle rund EUR 30–40, Schilder rund EUR 20–40) samt Haftpflichtversicherung (15 Tage rund EUR 80–90, ein Monat rund EUR 90–110); die deutsche Kfz-Steuer ist für mindestens einen Monat fällig. Dazu kommt die Anreise: Bahn hin, Auto zurück, ein Arbeitstag, manchmal zwei.
Die Abgaben in bar an der Grenze. Ohne eigenes Zollkonto zahlt man Automobilsteuer und Einfuhrsteuer bei der Einfuhr direkt. Bei einem Fahrzeug für CHF 30'000 sind das rund CHF 3'700, die vorhanden sein müssen — an einem Zollamt, an einem Werktag, zu Öffnungszeiten.
Das Risiko, dass die Verzollung nicht durchgeht. Fehlt ein Beleg oder stimmt der deklarierte Wert nicht mit den Unterlagen überein, steht das Fahrzeug. Dann braucht es eine zweite Reise — oder eine Zwischenlösung, die Geld kostet und die man unter Zeitdruck aushandelt.
Rechnen Sie diese drei Posten zusammen, bevor Sie die Pauschale mit null vergleichen. Bei einer einzelnen Einfuhr ist der Unterschied oft deutlich kleiner, als die reine Gebührenzeile vermuten lässt.
Gewährleistung: der Unterschied, den man erst später merkt
Beim Kauf von einem deutschen Händler haben Sie ein Jahr gesetzliche Gewährleistung nach deutschem Recht. Im Privatverkauf kann sie wirksam ausgeschlossen werden — und wird es fast immer.
Der Unterschied wirkt sich erst aus, wenn etwas ist. Und dann stellt sich die Frage, die man vorher selten stellt: Gegen wen genau richtet sich der Anspruch, und wo? Beim Selbstimport gegen einen Verkäufer in einem anderen Land, in dessen Sprache und nach dessen Recht. Das ist kein theoretisches Hindernis; es ist der Grund, weshalb die meisten Ansprüche aus Privatimporten nie geltend gemacht werden.
Beauftragen Sie uns mit dem Kauf, tun wir das treuhänderisch: in Ihrem Auftrag und auf Ihre Rechnung. Kaufvertrag und Rechnung lauten auf Sie, Ansprüche aus Gewährleistung richten sich also weiterhin gegen den Verkäufer. Sie haben aber einen Ansprechpartner in der Schweiz, der den Kauf geführt hat, die Unterlagen kennt und Ihnen hilft, einen Anspruch geltend zu machen.
Davon zu trennen ist die Herstellergarantie. Sie gilt bei den meisten Marken europaweit und damit auch in der Schweiz, unabhängig davon, wer importiert. Prüfen Sie aber die Bedingungen: Einige Marken verlangen für die Anerkennung ein lückenloses Serviceheft, und bei Elektrofahrzeugen ist die Batteriegarantie gelegentlich ans Zulassungsland gebunden.
Wann der Selbstimport tatsächlich die bessere Wahl ist
Es gibt Fälle, in denen der Selbstimport klar überlegen ist, und wir sagen das lieber offen, als sie zu verschweigen.
Sie wohnen grenznah und das Fahrzeug steht in der Nähe. Wenn die Abholung ein halber Tag ist und kein Übernachten braucht, verschiebt sich die Rechnung deutlich.
Sie machen es nicht zum ersten Mal. Wer den Ablauf kennt, ein Zollamt in der Nähe hat und weiss, welche Belege verlangt werden, trägt das Risiko einer gescheiterten Verzollung bewusst und rechnet es klein.
Es geht um ein günstiges Fahrzeug. Bei einem Wagen für EUR 6'000 wiegt eine Dienstleistungspauschale prozentual viel schwerer als bei einem für EUR 40'000 — und die absoluten Risiken sind kleiner.
Umgekehrt spricht vieles für die Abwicklung durch uns, wenn es um ein zollrechtlich neues Fahrzeug geht (dort entscheidet die CO₂-Rechnung über vierstellige Beträge), um einen Privatkauf im Ausland oder um ein Fahrzeug, bei dem das COC fehlt.
Häufige Fragen zu Selbstimport und Import mit Dienstleister
Wie viel spare ich wirklich, wenn ich selbst importiere?
Je nach Anbieter und Paket rund 1'000–2'000 CHF Dienstleistungskosten. Dagegen rechnen müssen Sie 2–4 Arbeitstage für Abholung, Ausfuhr, Verzollung und MFK sowie das volle Risiko bei Papieren, Fristen und MwSt-Erstattung. Bei teureren Fahrzeugen relativiert sich die Ersparnis, weil einzelne Fehler schnell mehr kosten als der Service.
Was ist der grösste Fehler beim Selbstimport?
Die fehlerhafte oder vergessene Ausfuhranmeldung beim deutschen Zoll: Ohne abgestempelten Ausfuhrnachweis erstattet der Händler die deutsche MwSt nicht – dieser Fehler ist nachträglich kaum zu heilen und kostet mehrere tausend Franken. Dahinter folgen fehlende COC-Papiere und ein zu tief deklarierter Zollwert, der als Zollvergehen geahndet werden kann.
Kann ich selbst kaufen und nur die Verzollung auslagern?
Ja. Die Verzollung allein ist das Basic-Paket: CHF 350 fix inkl. MwSt plus Abgaben. Sie kaufen und überführen das Fahrzeug selbst, Finsler Customs übernimmt am Grenzübergang Thayngen die Zollanmeldung, die Abgabenberechnung und die Papiere, darunter das Formular 13.20 A, die Stammnummer, die das BAZG bei der Verzollung vergibt, und die Unterlagen für die MFK. So sparen Sie den Grossteil der Dienstleistungskosten bei überschaubarem Eigenaufwand.
Weiterführende Artikel
- Lohnt sich der Autoimport? – Wann sich der Import aus Deutschland wirklich rechnet.
- Importkosten richtig berechnen – Automobilsteuer, Einfuhrsteuer, CO₂-Sanktion und Nebenkosten einzeln erklärt.
- Anbieter vergleichen – Sieben prüfbare Kriterien, an denen sich ein seriöser Importeur erkennen lässt.
- Auto-Import-Rechner Schweiz – Abgaben, Transport und Endpreis für Ihr Fahrzeug berechnen.
- Garantie bei Importfahrzeugen – Herstellergarantie & Gewährleistung beim EU-Import.
Zahlen und Fristen auf einen Blick
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Automobilsteuer | 4 % des Zollwerts, auf beiden Wegen gleich |
| Einfuhrsteuer | 8,1 % auf Zollwert plus Automobilsteuer |
| Einfuhrzoll seit 1. Januar 2024 | CHF 0 |
| Honorar Komfort oder Premium bei Finsler Customs | 3 % bis CHF 70'000, 3,5 % bis CHF 100'000, darüber 4 %, jeweils auf den ganzen Preis; bei CHF 40'000 also CHF 1'200 (Komfort) oder CHF 1'450 (Premium), plus MwSt |
| Nur Verzollung (Basic-Paket), Kauf selbst erledigt | CHF 350 fix inkl. MwSt plus Abgaben |
| Importberatung vor dem Kauf | CHF 0 |
Quellen und Rechtsgrundlagen
Die Angaben auf dieser Seite stützen sich auf die folgenden amtlichen Veröffentlichungen. Massgebend ist immer der Wortlaut der geltenden Erlasse.
- BAZG – Einfuhr von Fahrzeugen in die Schweiz
- BAZG – Zollanmeldung und Steuern beim Fahrzeugimport
- Automobilsteuergesetz (AStG, SR 641.51)
- Mehrwertsteuergesetz (MWSTG, SR 641.20)
- BAZG – Nutzung unverzollter Fahrzeuge in der Schweiz
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